RENN.mitte-Ausstellung vom 5.8.bis 27.8. in BerlinRENN.mitte-Ausstellung vom 5.-27.8. in BerlinBlick in die Broschüre Blick in die Broschüre BannerbildBannerbildProjekt "Bewusst zu Gast"BannerbildBannerbild

"Schwammstadt" kann nicht bis morgen warten

19. 06. 2021

Unter dieser Überschrift informierte der „Klimareporter“ vom 18.06.21 über die aktuelle Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes. Bei mehr als 30 von 100 bekannten Auswirkungen des Klimawandels besteht in Deutschland "sehr dringender Handlungsbedarf", um Infrastruktur und Lebensräume anzupassen.

Verena Kern erläutert in ihrem Beitrag im Klimareporter Inhalte der Analyse: „Die Liste ist sehr lang, was Deutschland alles tun müsste, um sich auf die Folgen der Klimaerhitzung einzustellen. Die Städte brauchen mehr Bäume und mehr Grünflächen, auch mehr Kaltluftschneisen, um den Wärmeinseleffekt im Sommer abzumildern.

Asphaltierte Flächen müssen entsiegelt oder mit wasserdurchlässigen Baustoffen ersetzt werden. Gebäude müssen anders konzipiert und gebaut werden als bislang. Im Straßenbau braucht es Beläge, die Hitze und Starkregen aushalten. Das Schienennetz muss sturmsicher gemacht werden.

Flüsse brauchen mehr Raum. Auch für Böden und Wälder braucht es naturnahe oder noch besser naturstärkende Lösungen – um die Resilienz angesichts zunehmender Hitze, Trockenheit und Starkregenereignissen im gesamten Bundesgebiet zu erhöhen.

Diese und viele weitere Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels hat das Umweltbundesamt (UBA) zusammen mit zahlreichen Klimaexpert:innen von Behörden und Ministerien aufgelistet.“

Die Schäden, die bei fortschreitendem Klimawandel auftreten werden, so das UBA, "wirken sich dabei wie bei einem Dominoeffekt von bereits heute stark belasteten Ökosystemen wie Böden, Wäldern und Gewässern hin zum Menschen und seiner Gesundheit aus".

UBA-Präsident Dirk Messner mahnt: "Zum Ende des Jahrhunderts könnten einige Risiken in Deutschland so stark ansteigen, dass sie nur durch tiefgreifende Vorsorgemaßnahmen reduziert werden können." Auch angesichts des langen Vorlaufs, der für viele Maßnahmen erforderlich ist, fordert er: "Wir müssen jetzt handeln."

Wie stark der Handlungsbedarf ist, zeigen die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). "Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland ist seit 1881 bereits um 1,6 Grad gestiegen – stärker als weltweit", sagt Tobias Fuchs vom DWD.

Insgesamt wurden in der Risikoanalyse über 100 Wirkungen des Klimawandels untersucht. Bei rund 30 davon lässt sich ein "sehr dringender Handlungsbedarf" feststellen. Dazu gehören tödliche Hitzebelastungen, besonders in Städten, Wassermangel im Boden und häufigere Niedrigwasser – mit schwerwiegenden Folgen für alle Ökosysteme, die Land- und Forstwirtschaft sowie den Warentransport.

Auch die ökonomischen Schäden durch Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser an Bauwerken zählen die Expert:innen zu den gravierenden Risiken, ebenso die Bedrohung der Biodiversität und die Ausbreitung von Krankheitsüberträgern und Schädlingen bei weiter steigenden Temperaturen.“

Für die Kommunen ergeben sich Konsequenzen: „Viel zu oft ist das noch nicht der Fall. Das Konzept der "Schwammstadt" beispielsweise ist mittlerweile bekannt. Etwa durch Begrünung wird Niederschlag zurückgehalten, sodass ein kühlender Effekt entstehen kann.“

"Das ist aber ein abstraktes Wissen", sagt Robert Kaltenbrunner von dem an der Studie beteiligten Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). "In der Realität wird bei Grünflächenämtern oft gespart." Dabei seien sie es, die die wichtige Klimaanpassungsmaßnahme vorantreiben und in die Tat umsetzen könnten.

In vielen Fällen sei das Bewusstsein für die Notwendigkeit und Dringlichkeit des Themas noch nicht genug ausgeprägt, so Kaltenbrunner. Seine Forderung: In der Ausbildung von Stadtplanern und weiteren Berufen muss der Klimawandel künftig eine Rolle spielen.

Bundesumweltministerin Schulze zur Unterstützung der Kommunen: „…Das Bundesumweltministerium wird Kommunen ab Juli mit einem eigenen Beratungszentrum beim Finden individueller Lösungen unterstützen. Wir werden auch den Einsatz von Anpassungsmanagern fördern, die vor Ort die Klimaanpassung vorantreiben. …“

Die Studie wurde im Auftrag der Bundesregierung durch ein wissenschaftliches Konsortium und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts im Behördennetzwerk „Klimawandel und Anpassung“ erarbeitet. Die Ergebnisse der Studie sind eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Deutschen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel (DAS).

Quellen: Klimareporter 18.06.21 und Webseite des Umweltbundesamtes (19.06.21)

 
TWITTERFEED

Besuchen Sie auch unseren Twitteraccount

VERANSTALTUNGEN