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Veränderungen in der Braunkohleregion zum Unterrichtsthema machen: Bildung für nachhaltige Entwicklung im Lausitzer Strukturwandel

06. 06. 2021

Wie können Schülerinnen und Schüler den Strukturwandel in der Lausitz verstehen und sich sogar aktiv einbringen? In einer Studie zeigen Forschende des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS), wie Lehrkräfte die Veränderungen in der Braunkohleregion zum Unterrichtsthema machen können. Ziel ist es, nicht nur Diskussionen anzuregen, sondern auch die Jugendlichen zu befähigen, sich an der Gestaltung des Strukturwandels zu beteiligen.

Den Strukturwandel in der Lausitz sehen der Wirtschafts- und Erziehungswissenschaftler David Löw Beer und die Kultur- und Erziehungswissenschaftlerin Verena Holz als ideales Thema für Bildung für nachhaltige Entwicklung. „In Strukturwandelprozessen steht im Vordergrund oft die unmittelbare Aufgabe, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für neue Tätigkeiten zu qualifizieren. Wir meinen aber, dass die Gesellschaft langfristig von einem breiteren Verständnis von Bildung profitiert. Dieses umfasst das Ermöglichen einer hohen und nachhaltigen Lebensqualität innerhalb einer demokratischen Gesellschaft“, sagt Löw Beer.

Der Strukturwandel ist mit erheblichen Unsicherheiten verbunden, auch für junge Menschen. Um sie in der Region zu halten, reicht es laut Löw Beer und Holz nicht aus, Ressourcen bereitzustellen und Pläne zu entwickeln. Vielmehr muss es auch darum gehen, Perspektiven zu entwickeln, wie junge Menschen den Strukturwandelprozess zu ihrem eigenen machen können.

Die IASS-Forschenden empfehlen, verschiedene erziehungswissenschaftliche Ansätze zu kombinieren: Das Transformative Lernen betont die Bedeutung weitgehend selbstbestimmter Lernformen, die sich mit persönlicher Entwicklung verbinden. Bildung für nachhaltige Entwicklung bietet einen Rahmen, in dem Transformationskonflikte verhandelt werden können. Sozioökonomische Bildung ermöglicht es, Entwicklungsprozesse als pfadabhängig, gestalt- und entwickelbar sowie moralisch bewertbar zu fassen. Demokratische Bildung unterstreicht die Bedeutung der Beteiligung und Reflexion an authentischen politischen Prozessen.

Ziel ist es, bei den Schülerinnen und Schülern vor allem zwei Kompetenzen zu fördern: Partizipationskompetenz sowie Wissen über Strukturwandel, regionale Wirtschaft und politische Strukturen. Eine erfolgreiche Befähigung zur Partizipation durch entsprechende Bildungsangebote könne junge Menschen für die Mitarbeit in Initiativen, Organisationen und Parteien gewinnen, ihre negativen Einstellungen abbauen und damit die Grundlagen für eine zukunftsorientierte Politik legen.

Quellen: IASS Newsletter Juni 2021 und Webseite des IASS: „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Lausitzer Strukturwandel“

 

 
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