Gesellschaftlichen Wohlstand besser messen: Memorandum vom Denkwerk Zukunft veröffentlicht

03.01.2011

Die Bonner Stiftung „Denkwerk Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung“ hat in einem  Anfang Dezember 2010 veröffentlichten Memorandum dafür geworben, die weit verbreitete Messgröße Bruttoinlandsprodukt (BIP) um weitere Indikatoren zu ergänzen. Das BIP erfasst fast ausschließlich die Bereitstellung materieller Güter und kommerzieller Dienste. Doch Wohlstand ist mehr. Er umfasst auch die Befriedung einer Gesellschaft, stabile soziale Beziehungen, Freiheitsrechte, die Wahrung der Menschenwürde, Gesundheit,

Bildung, eine intakte Umwelt u.v.a.m. – so das Memorandum. Um Wohlstand in seiner großen Vielschichtigkeit zu erfassen, bedürfe es neben dem BIP weiterer Messgrößen. Insbesondere drei sind nach den Erkenntnissen des Denkwerks Zukunft besonders aussagekräftig:

  • Verteilung der verfügbaren Haushaltseinkommen anhand der so genannten 80/20-Relation,
  • gesellschaftliche Ausgrenzungsquote sowie
  • ökologischer Fußabdruck im Verhältnis zur globalen Biokapazität.

Zusammen mit dem BIP bilden diese drei Messgrößen gewissermaßen ein „Wohlstandsquartett“, das zwar noch immer nicht den ganzen Wohlstand einer Gesellschaft abbilde, aber der Wirklichkeit deutlicher näher komme als die bisherigen BIP-Messungen.

Werde der Wohlstand in Deutschland und anderen EU-Ländern mit dem Wohlstandsquartett und nicht allein mit dem BIP gemessen, verschlechtere sich deren Wohlstandsbilanz beträchtlich. Zwar gehöre Deutschland beim effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen und Umweltgüter im internationalen Vergleich zu den Vorreitern. Doch reichen diese Anstrengungen nicht aus, um mit den Anforderungen, die sich unter anderem aus der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels national und international ergeben, Schritt zu halten.

 

Quellen:

Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung: Das Wohlstandsquartett. Zur Messung des Wohlstands in Deutschland und anderen früh industrialisierten Ländern

News Nachhaltigkeit 10-26, Newsletter des Rates für Nachhaltige Entwicklung (22. Dezember 2010)

 
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