Neuruppin. Nachhaltig. Gestalten – Ein Abend für ein gutes Miteinander

23.07.2019

Die „Fridays for Future“-Bewegung fordert ein aktives Handeln der Regierung bezüglich des Klimawandels. Handeln statt Reden ist gefordert. Um die Energie von „Fridays for Future“ zu nutzen und um ein klares Signal an die Politik zu senden, entstand die Idee für das Projekt „Neuruppin.Nachhaltig.Gestalten.“ Die Umsetzung erfolgte durch die studentische Initiative „Toleranz und Nachhaltigkeit“ der Psychologie- und Medizinstudierenden der Medizinischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit dem ESTAruppin e.V. am Abend des 26.06.2019 auf dem Schulplatz von Neuruppin.

Das Projekt hat sich aus verschiedenen Vorträgen zusammengesetzt. Eingeleitet wurde mit einem intensiven Gesprächsforum mit Andreas Bergmann, Vertreter des Landschaftspflegeverbands, zu lokaler Landwirtschaft und Landschaftsgestaltung. Neben einer spannenden Diskussion und neuen Informationen wurden auch Ideen zur Veränderung Neuruppins entwickelt. Anschließend folgte ein mitreißender und faktenreicher Vortrag zum Gemüseanbau 3.0, den Till Mieke und Christian Dreyer von dem Bio-Hof Land & Scheune gestaltet haben. Mit Begeisterung und viel Leidenschaft haben die beiden erklärt, wie regionales Gemüse saisonal und das ganze Jahr über angebaut werden kann. Neben dem Ernährungssektor ist ebenfalls die Energiewirtschaft ein zentraler Faktor, um den Klimawandel zu verlangsamen. Artur Dzasokhov, Leiter der Erzeugung der Stadtwerke Neuruppin, hat in diesem Rahmen informativ und gut verständlich die lokalen Strategien der Dekarbonisierung vorgestellt. Ziel der Stadtwerke ist es, in Neuruppin die Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger deutlich zurückzufahren und Energie CO²-neutral zu erzeugen.

Neben diesen Informationen zu lokalen Projekten wurden auch Anreize zur eigenen Handlungsveränderung im Alltag vermittelt: ESTAruppin e.V. hat Möglichkeiten vorgestellt, um Strom zu sparen. Ebenso gab es eine wissenschaftlich fundierte Posterausstellung mit Ideen zu Verhaltensänderungen im Alltag. Der Abend bot nicht nur Wissensvermittlung, sondern regte auch spannende Gespräche, neue Kontakte und Projektideen an. Schön zu sehen war, dass neben etlichen Vertretern der Stadt und lokaler Unternehmen auch viele Studierende, ehrenamtlich Aktive und ganz neue Gesichter vorbeigeschaut haben.

Die Ziele des Projektes waren, klimarelevante Informationen auf wissenschaftlicher und praxisorientierter Basis an Bürgerinnen und Bürger Neuruppins zu vermitteln. Des Weiteren war es für uns zentral, Denkanstöße liefern, die Akteure zu vernetzen und einen Austausch zwischen den einzelnen Engagierten und Menschen, die es werden wollen, herzustellen. Folgende für uns zentrale Fragen konnten angesprochen und diskutiert werden: Was können wir in Neuruppin auf politischer und individueller Ebene verändern? Wie soll Neuruppin in Zukunft aussehen? Welche nachhaltigkeitsbezogenen Initiativen gibt es schon und wie können diese weiter vernetzt und unterstützt werden? Gemeinsam mit regionalen Unternehmen, die uns unterstützt haben und der Förderung durch die Aktion „Nachhaltige Entwicklung - Lokalen Agenda 21“ des MLUL Brandenburg sowie des MHB Fördervereins konnten wir diese Ziele erreichen.

Motiviert hat uns vor allem, die Menge an Möglichkeiten und Veränderungen, die Neuruppin bisher schon umgesetzt hat, darzustellen und mehr zu verknüpfen. Der Fokus sollte nicht nur auf die Ziele, die es dringend zu erreichen gilt, gerichtet sein, sondern vor allem aufzeigen, was sich schon verändert hat und wie leicht es sein kann, etwas selbst zu verändern. Das Weiteren ist dieses Thema für uns zentral, da es hier um die Zukunft unserer Generation geht – jetzt haben wir noch die Chance, etwas zu tun.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass wir sehr zufrieden auf die Veranstaltung zurückblicken. Bei rund 37 Grad war die Teilnehmerzahl beeindruckend hoch, wofür wir sehr dankbar sind. Durch den entstandenen Austausch im Rahmen des Abends konnten neue Ideen für zukünftige Projekte entwickelt werden. So soll zukünftig eine Plattform zum Foodsharing aufgebaute werden. Aber auch weitere Vorträge, Möglichkeiten zu Austausch und Informationsveranstaltungen sind im Gespräch.

Sophia Heinlein